Der Landgasthof Lehmeier ...

... unser Vereinslokal.

Ein Gasthof ist “ein Ort, wo man sich wohl befindet”, befand Präsident Uwe Beimfohr vom Landesverband Lippe im Deutschen Hotel- und Gaststätten-
verband (Dehoga) in seiner Festrede zum 100-jährigen Bestehen des “Land-
gasthofes Lehmeier”, der das Vereinslokal des TuS “Rot-Weiß” seit 1925 ist. Beim offiziellen Festakt hatte der “lippische Oberwirt” die Bedeutung der Krüge und der Wirte von ihren Anfängen bis in die heutige Zeit in einer humorvoll-informativen Ansprache skizziert und dabei auch einen alten “Wirtshausspruch” zitiert:

Wer trinkt, pflegt immer gut zu ruhn,
wer schläft, der kann nichts Böses tun;
wer gut ist, zieht zum Himmel ein – kurzum: wer säuft, muss selig sein!

Gründer des heutigen Langasthofes als “Grastruper Krug” waren am 1. August 1900 Georg Friedrich Lehmeier und seine Gattin Berta, geborene Krüger, die neben der Landwirtschaft eine Bäckerei betrieben und mit dem Gasthaus auch eine Zollstation erhielten. Von 1925 bis 1976 führte der Sohn des Gründers, Bäckermeister Fritz Lehmeier mit Gattin Paula, eine gebürtige Brinkmann aus dem im Jahr 1830 erstmals urkundlich erwähnten Lagenser “Brinkkrug”, das Unternehmen, die es wiederum an ihren Sohn Ernst, ebenfalls gelernter Bäckermeister, und dessen Gattin Gisela, geborene Maurus aus Türkheim in Bayern, im Jahr 1977 übergaben. Die vierte Generation steht schon in den “Startlöchern”, denn Tochter Sabine hat eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert.

Der “Landgasthof Lehmeier” hat sich in dem guten Jahrhundert seines Bestehens zu einer Institution über die Grenzen Grastrups und Bad Salzuflens hinaus entwickelt. Die Bäckerei wurde zwar 1984 und das angegliederte Lebensmittelgeschäft Anfang der 90er Jahre geschlossen, doch die dort gepflegte lippische gepaart mit der bayerischen Gastlichkeit ist geradezu legendär geworden. So erfüllt das Haus die Funktion einer “Dorfkneipe” im besten Sinne, in der sich die Gäste aus Grastrup-Retzen und Umgebung treffen, die neuesten Nachrichten aus der Region austauschen oder sich an den geradezu berühmten Knobelrunden beteiligen.

Daneben aber ist der Landgasthof auch eine Heimstatt vieler Stammgäste aus der Ferne, die sich in den sechs Gästezimmern wohl fühlen und regelmäßig wieder kommen. Und schließlich ist “Lehmeier” mit seinen Gesellschaftsräumen und dem wunderbaren Saal auch in der Ausrichtung kleiner und großer Feiern für alle Anlässe bekannt und hat sich einen so guten Ruf erarbeitet, dass die Gäste auch von weit her anreisen, um in dem Landgasthof ausgelassen feiern zu können.

Bodenständigkeit und ehrlich-herzliche Gastfreundschaft sind der Schlüssel zum Erfolg des Vereinslokals des Turn- und Sportvereins “Rot-Weiß” Grastrup-Retzen. Im “Landgasthof Lehmeier” in Grastrup werden die Gäste noch als Freunde empfangen und umsorgt, sind die Wirtsleute noch heute, was sie immer waren: Gefragte Diskussions- und Gesprächspartner, aber auch verschwiegene Vertraute für alle Lebenslagen – hier wird noch ein Gefühl von Heimat vermittelt.

Last not least sind die Köche bei den Festen und die Hausschlachtung geradezu legendär, denn im “Landgasthof Lehmeier” bekommt der Gast “etwas auf die Gabel”, geht er bei Veranstaltungen nicht mit knurrenden Magen aus dem Haus, wobei allerdings nicht mehr à-la-carte gearbeitet wird. Aber die hausgemachten Spezialitäten und die Eier von “glücklichen Hühnern” sind aus dem Stadium des Geheimtipps heraus und verleiten auch manchen “Städter” zu einem Umweg über Grastrup …