1956 ...

... der Wandel im Handballsport.

Ab dem Ende der fünfziger Jahre begannen erste zaghafte Versuche, den Handballsport in die Halle zu verlegen. Für die Vereine im ländlichen Raum brachte das grosse Probleme, es gab keine Hallen als Übungs- und Spielstätten. Da musste dann Lehmeiers Saal als Trainingshalle herhalten. Das hat dann trotz oder gerade wegen der sachkundigen Anleitung des ersten auswärtigen Trainers in der Vereinsgeschichte – Heinz Wannagat vom Flensburger TB – bis zu drei Lampenabwürfe pro Abend gekostet. Erste Hallenspiele wurden im Winterhalbjahr an Wochenenden in Turnierform in der TV-Halle in Lemgo am Schützenhaus ausgespielt.

Sportlich, finanziell und vom Mitgliederbestand her befand sich der Verein jenerzeit in keiner guten Verfassung, trotzdem wurde der Blick nach vorn gewandt. 4. April 1959: Theateraufführung bei Rickmeyer, Titel: “Wenn du Geld hast” von Wilfried Wroost. Pfingstausflug zum befreundeten Nordstetter TV nach Hannover mit sportlichem Kräftemessen der Handballsenioren.

3. November 1959: Auf Einladung des TuS Vorstandes versammeln sich je 2 Mitglieder aller Retzer Vereine im Gasthof Rickmeyer und gründen den Kulturring Retzen. Zum ersten Vorsitzenden wird Gustav Schormann gewählt, der dieses Amt im Jahre 1960 nicht weiterführen kann, nachdem er – bedingt durch den plötzlichen Tod von Bürgermeister Blanke – zu dessen Nachfolger in der Gemeinde Retzen gewählt wird.

Der TuS zählt 1960 lediglich 153 Mitglieder, hat eine rückläufige Jahreseinnahme von 1.613,14 DM und verpflichtet Jost Wientjes als ehrenamtlichen Platzwart, damit Gras, Unkraut und Maulwurfshaufen nicht Überhand nehmen.

Die Schüler- und Jugendarbeit galt es im Verein stets besonders zu fördern. Ein Glücksfall war die Einbindung des damaligen Junglehrers Heinz Paust in die Vereinsarbeit und hier besonders in die Förderung der Schülermannschaften.

Eine Trennung von Grund- und Hauptschule kam erst 1968, somit hatte Schülerwart Paust seine Schützlinge während und ausserhalb der Schulzeit an der kurzen Leine, mit dem Ergebnis, dass Grastruper Schülermannschaften auf Kreisebene jährlich um die Meisterschaft und den Gruppensieg mitspielten. Die von Heinz Paust gelegte Saat trug in der Jugendabteilung mit den Betreuern Paul Rose, Werner Kupferschläger und Alfred Brandenburg reiche Früchte und hat die beste Handballtruppe in der Nachkriegsgeschichte des TuS hervorgebracht. Aber dazu später mehr.

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