Historie

Aus der Geschichte des TuS Grastrup-Retzen

Diese Chronik wurde zum 75-jährigen Jubiläum im Jahr 2000 verfasst von Heinz Meier, Vorsitzender von 1969 bis 1990 und Ehrenmitglied seit 2003, bearbeitet von Brigitte Dittmar und veröffentlicht in der Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum, die wegen ihres Informationsgehalts ausgezeichnet wurde. Hier ist die Chronik in Auszügen wiedergegeben.

Arbeiterturnverein „Fichte“ Grastrup

Diese Meldung ist für den Chronisten der einzig noch existierende Beleg, dass wahrscheinlich am 1. Juli 1924 zur Gründungsversammlung aufgerufen worden ist. Wie gern hätten wir an dieser Stelle ein Gründungsprotokoll präsentiert, aber bedingt durch politische Erdbeben im Frühjahr 1933 sind keine Originalunterlagen mehr vorhanden. Der Verfasser ist auf Quellen im Staatsarchiv Detmold und die Recherchen von R. Schwegmann, Lemgo, angewiesen.

Gründungsmitglieder waren: August Schormann, Gottlieb Lehmeier, Karl Klaus, Wilhelm Schäfer, Heinrich Plöger, Karl Brockmeier, Gustav Nebel, Gustav Eggering, Willi Heidergott und andere. Im September ist der Vereinsvorstand gewählt worden: Erster Vorsitzender wurde Robert Büker, Kassierer Gottlieb Lehmeier und Schriftführer H. Ischen. Vereinsname: ‘Arbeiterturnverein „Fichte“ Grastrup’, Mitglied im Arbeiter Turn- und Sportbund, Freie Turner!

Brüderliche Starthilfe erhielt der junge Verein von „Deutsche Eiche“ Schötmar und dem Arbeitersportverein Ehrsen, die mit Geräten und Turnmatten aushalfen und Vorturner abstellten. Die Kameraden Komorowski aus Schötmar und Beermann aus Ehrsen waren die ersten Entwicklungshelfer in Grastrup.

Im ersten Jahr wurde nur geturnt und am 27. September 1925 das erste Stiftungsfest mit den Freien Turnern Salzuflen und der „Deutschen Eiche“ Schötmar als Gastvereine gefeiert. Im gleichen Jahr hat Fritz Butschalowski eine Handballabteilung gegründet und zwei Seniorenmannschaften und eine Jugendmannschaft aufgebaut, denen eine Damenmannschaft folgte.

Im Oktober 1925 beschloss der Vorstand, einen der Frau Lehmeier, Wirtin im Grastruper Krug, gehörenden Platz als Sportplatz anzupachten. Das war gleichzeitig der Beginn einer bis heute währenden Zusammenarbeit. Die Gastwirtschaft Lehmeier ist seither Stammlokal und Vereinssitz. Dieses wurde öffentlich in einem Zeitungsartikel vom 7. November 1925 gewürdigt, weil damit wohl endgültig die Störversuche aus konservativen Kreisen innerhalb des Dorfes Retzen gescheitert waren, den Arbeiterverein in seiner künftigen Entwicklung zu beeinträchtigen.

Die Antwort aus Retzen lautete: Im Oktober 1925 Gründung des TV-Retzen. Jetzt gab es die Blauen und die Roten, aber dazu später mehr.

Neben dem Turnen und dem Handballspiel wurde die Geselligkeit gepflegt. Unter der Stabführung von Willi Brand gründete sich ein Trommler- und Flötenkorps, das an vielen Sportfesten und Umzügen mitwirkte. Die Vereins-Theatergruppe hatte am 16. Januar 1927 mit zwei Lustspielen innerhalb eines Abends ihren ersten Auftritt im Saale Lehmeier

 1. Handballseniorenmannschaft 1929

Die 1. Handballseniorenmannschaft erreichte schnell eine beachtliche Spielstärke. Schon 1928 löste sie den oftmaligen lippischen Meister aus Ahmsen ab und spielte schon bald darauf in der höchsten Spielklasse des ATSB. Dort war sie bei Vereinen wie Sudbrack/Bielefeld, Spenge oder Eintracht Bielefeld stets ein gefürchteter Gegner. Innerhalb Lippes konnte ausser TuSG Lage keine Mannschaft ernstzunehmenden Widerstand leisten.    


In den Jahren 1930/33 waren Grastruper Spieler wie Hartwig, Bobe, Reuter, Schäfermeier, Schmidtpott und Schormann oftmals in Auswahlmannschaften eingesetzt.

Dass der Verein in den Jahren 1928 bis 1933 in Harmonie und guter Kameradschaft einen guten Aufschwung verzeichnen konnte und 1929 insgesamt 90 Mitglieder hatte, ist auch mit ein Verdienst der Vereinsführungen. Fritz Güse leitete als 1. Vorsitzender von 1928 bis 1930 die Geschicke des Vereins. Ihm zur Seite standen Heinrich Schlingmann als technischer Leiter für Spielbetrieb und Schiedsrichter, Gustav Schormann als Handballwart, Gustav Meier als Turnwart und Hugo Eggering als Schriftführer. Ab 1930 übernahm Wilhelm Bröker den Vereinsvorsitz mit Kassenwart Gottlieb Lehmeier und Schriftführer Heinz Reuter. Der Verein zählte 90 Mitglieder, davon 75 aktive!

Am 2. August 1931 konnte nach umfangreichen, in Eigenleistung durchgeführten Planierungsarbeiten der Sportplatz mit vielen befreundeten Vereinen aus Westlippe bei einem großen Spielfest eingeweiht werden.

Im Jahre 1932 wurde eine Turnerinnenabteilung gegründet, am 10. April war Theaterabend in Lehmeiers Saal und an gleicher Stelle wurde am 21. August das siebte Stiftungsfest gefeiert - nicht ahnend, dass es das letzte Fest des Vereins „Fichte“ Grastrup sein würde.

Letzte Generalversammlung war am 21. Januar 1933 und ob das angekündigte Vereinskränzchen am 18. Februar noch gefeiert wurde, ist nicht belegt.

Der Naziterror hatte es besonders auf die Arbeitersportvereine und ihre Dachorganisationen abgesehen. Im Frühjahr 1933 wurde auch „Fichte“ Grastrup zwangsaufgelöst. Über die Turngeräte durfte der TV-Retzen verfügen, Trommeln und Pfeifen haben beherzte Vorstandsmitglieder der Feuerwehr Retzen in Obhut gegeben. Die Vereinskasse wurde beschlagnahmt, der Bestand von 25,36 Mark Bargeld der Landeskasse zugeführt. Protokolle, Mitgliederlisten und die Vereinsfahne sind möglicherweise aus Furcht selbst zerstört worden. Alle übrigen Sportvereine Deutschlands wurden im DRA, dem Reichsausschuss für Leibesübungen, zusammengefasst. Einige Grastruper Spieler und Turner schlossen sich Vereinen in Salzuflen oder Schötmar an.

Im Sommer 1933 erfolgte die Neugründung als TuS „Schwarz-Weiss“ Grastrup. Die Sportkameraden Fritz Hartwig, Gottlieb Lehmeier und August Hollensteiner hatten sich als Bürgen zur Verfügung gestellt. Die Vereinsmitglieder Fritz Lütkemeier, Gottlieb Lehmeier, August Tilker und später Ernst Bobe bildeten den Vorstand. Die Turn- und Spielgeräte erhielt der neue Verein zurück.

Die Handballer erlangten schnell die alte Spielstärke zurück, wurden schon 1934 Kreismeister und spielten ab 1935 in der Bezirksklasse gegen TuSG Lage, 1860 Detmold, TV-Lemgo oder MSV-Höxter. Sie wurden auf Anhieb zweimal Meister und zweimal Zweiter. In den 1939 erstmals ausgetragenen Aufstiegsspielen gelang der Aufstieg in die Gauliga nicht mehr, da schon mehrere Leistungsträger zum Militärdienst eingezogen waren. Im Jahre 1940 kam der Spielbetrieb völlig zum Erliegen.

 

 

 

TV-Retzen

Der TV-Retzen wurde im Jahre 1925 gegründet. Maßgeblich beteiligt waren die Herren Fritz Franke (Oberlehrer), Heinrich Wilkenloh (Lehrer), Willy Spellmeier (Junglehrer), alle an der Retzer Volksschule tätig, sowie August Quentmeier und Fritz Böhmer. Zum ersten Vorsitzenden wurde Fritz Franke gewählt, der dieses Amt wahrscheinlich bis in die Mitte der 1930er Jahre versehen hat und dann von Heinrich Wilkenloh abgelöst wurde.

Der neue Verein schloss sich dem Deutschen Turnerbund an. Sein ständiges Vereinslokal war die Gaststätte Rickmeyer, Retzen. Ihm stand mit der TG-Schötmar ein Bruderverein zur Seite, der über die leihweise zur Verfügung gestellten Turngeräte hinaus mit den Turnbrüdern Dröge, Rulle sen., Mattik, Kelle und Frl. Brand wirkungsvolle Aufbauarbeit in den jungen Retzer Turnriegen leisteten.

Eine im Dorfe durchgeführte Sammlung erbrachte ein überaus erfreuliches Ergebnis, so dass schon bald alle Geräte vom Verein selbst angeschafft werden konnten. In Heinrich Kiso, Möbelfabrikant, fand der Verein einen großen Förderer. Die Mitgliederzahlen entwickelten sich erfreulich, im Jahre 1929 gehörten 91 Mitglieder dem Verein an. Neben der Männer- und Jugendriege konnte auch eine Damenriege aufgestellt werden.

Auch die Kinderriegen, betreut von Willy Spellmeier und Fritz Böhmer, hatten regen Zulauf. Den Schwerpunkt bildete - wie in Grastrup - das Handballspiel mit beachtlichen Erfolgen auf lippischer Ebene, ohne an die Spitzenstellung des ungeliebten Bruders heranzureichen. Bedingt durch die Einbindung in verschiedene Dachverbände haben beide Vereine niemals gegeneinander gespielt. Der TV-Retzen war sicherlich der vielseitigere Verein, neben Turnen und Handball wurde die Leichtathletik, das Faustballspiel und der Schwimmsport betrieben.

Der Verein erfreute sich im Kreise der Deutschen Turnerschaft eines guten Rufes. Gelungene Turn- und Leichtathletikveranstaltungen und mancher errungene Sieg waren stets Beleg für eine aktive Vereinsarbeit. Den 2. Platz bei den lippischen Meisterschaften im Kugelstoßen belegte 1932 Ernst Obermeier. Ebenso glänzte Martha Spilker als Turnerin beim Bezirksturnfest im gleichen Jahr in Lieme.

1934, die politischen Umwälzungen hatte der TV-Retzen, im Gegensatz zum Arbeitersportverein Grastrup, schadlos überstanden. Einige Handballer aus Ehrsen und Grastrup fanden Aufnahme in Retzen und stärkten fortan die Seniorenmannschaft. Bis Ende 1939 konnte noch ein geregelter Spielbetrieb durchgeführt werden, bis dann 1940 15 Jahre Retzer Sportgeschichte ein bedrückendes Ende fanden.

Nicht vergessen werden dürfen die urgemütlichen Feste des Vereins und die Theateraufführungen in Rickmeyers Saal, von denen die Schwänke „Piepenbrink uper Briutschau“ oder „Onkel Bräsig“ bei einigen unserer Mitbürgern noch in Erinnerung sein werden.

Der Neuanfang

8. Mai 1945 - die Waffen schweigen. Deutschland liegt darnieder, die großen Städte ausgebombt, Hunderttausende evakuiert, Millionen Menschen auf der Flucht. Alles gesellschaftliche Leben ruht. Auch die Sportbewegung ist erstarrt. So mancher junge Sportler hat sein Leben für eine Wahnsinnsidee hingegeben oder darbt noch in den Gefangenenlagern der Sieger.

Nachdem die britische Militärregierung im Herbst 1945 die Gründung von Sportvereinen samt Turn- und Spielbetrieb wieder zugelassen hatte, gab es auch in Grastrup und Retzen die ersten Versuche, das sportliche Leben im Verein wieder zu erwecken. Dazu mussten manche Hindernisse beiseite geräumt werden; Fragebögen über eine möglichst nazifreie Vergangenheit ausgefüllt und Toleranz und Sportsgeist vorgelebt werden.

Im Oktober 1945 ist dann in einer Versammlung bei Adolf und Martha Rickmeyer in Retzen die neue Vereinsgründung erfolgt. Aus den ehemals selbständigen Vereinen Arbeitersportverein „Fichte“ Grastrup und dem Turn-verein Retzen entstand der TuS „Rot-Weiß“ Grastrup-Retzen.

Als Initiatoren haben maßgeblich mitgewirkt die Sportkameraden Heinrich Schlingmann, Gustav Schormann, Ernst Schlinkheider, Karl Hörentrup und Erich Quentmeier. Heinrich Schlingmann wurde zum ersten Vorsitzenden des neuen Vereins gewählt. Dieses Amt hat er bis 1948 ausgeführt, um sich dann um so mehr seiner Aufgabe als Kreisschiedsrichterlehrwart zu widmen. Karl Hörentrup wurde zweiter Vorsitzender und Gustav Schormann kümmerte sich um die Finanzen; sicherlich ein schwieriges Amt, das er 18 Jahre, bis 1963, vorbildlich ausgeübt hat. Um den Wiederaufbau der Handballabteilung kümmerte sich Erich Quentmeier.

Vom ehemaligen Retzer Sportplatz hinter der Schule am Wockenbrinkweg wurde endgültig Abschied genommen; die Fläche wurde zum „Gottesacker“ umgestaltet und dient heute den ehemaligen Gemeinden Retzen, Grastrup und Papenhausen als Friedhof.

Dagegen wurde der Sportplatz hinter dem Grastruper Krug mangels öffentlicher Sportförderung in Eigenleistung spielfähig gemacht. Die Turnabende fanden auf dem Saal Rickmeyer statt.

Willi Kullack wurde Vorturner der Männerriege, eine Damenriege war im Entstehen. Der neue Verein hatte 160 Mitglieder, neben Handball und Turnen gab es eine Faustballmannschaft, die von Lehrer Willi Schlüter geleitet wurde. (Die Begriffe trainieren oder coachen gab es ja noch nicht).

Um die neu gegründete Leichtatletik- und Schwimmabteilung kümmerte sich Lehrer Willi Spellmeier. Das Trainingsgelände zum Laufen, Springen, Werfen etc. war eine grüne Wiese und anstatt im Freibad wurde an der Brockschmiede in der Bega bzw. im Rottteich Schwimmunterricht erteilt.

Dominierend allerdings war und blieb die Handballabteilung, die schnell an die gewohnte Vorkriegsstärke anschließen konnte und mit Mannschaften wie TBV-Lemgo, TuSG-Lage oder TSV-Detmold zum fairen Kräftemessen antrat, wobei der vermeintlich kleine David den großen Goliaths manches Bein gestellt hat.

Die letzte Vorkriegsserie 1939 hatten die damaligen „Schwarz-Weißen“ Grastruper als Kreismeister abgeschlossen, aber bedingt durch die neue Vereinsgründung musste die erste Mannschaft des neuen Vereins in der 1. Kreisklasse den Spielbetrieb aufnehmen. Die zuvor genannten Vereine durften gleich in der Bezirksklasse starten. Von 1946 bis ’48 waren die Grastruper Handballer jeweils Vizemeister im Kreis Lemgo. Erst 1949 gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse.

Der Kreismeister in der Spielzeit 1948/49 nach dem mit 7:3 Toren gewonnenen Spiel am 13.2.1949 in Lockhausen. Die Spieler (von links) stehend: Willi (Tingo) Stock, Erich Bicker, Rudolf Fritz, Heinz Wilkenloh, Ludwig Kuckelkorn und Betreuer Albert Bicker. Mittlere Reihe (knieend): Heinz Wilmbusse, Albrecht Schmidt und Heinz Stock. Sitzend: Walter Meier, Torwart Fritz Schormann und Ernst Tilker.

In dieser Klasse konnte sich die Mannnschaft gut behaupten und schaffte in der Spielzeit 1953/54 den kampflosen Aufstieg in die Landesliga, der damaligen zweithöchsten Spielklasse überhaupt, da die Bezirksklassen und Gauligen aufgelöst wurden.

Auch die übrigen Mannschaften waren in dieser Spielzeit außerordentlich erfolgreich. Die zweite Garnitur mit den bekannten Vorkriegsspielern Heinrich Hartwig (Hanomag), Gustav Schormann, Ernst Griemert, Ernst Grauwinkel und Hugo Eggering wurde Meister in der 2. Kreisklasse und schaffte den direkten Aufstieg. Und ganz erfreulich: Die Jugendmannschaft errang den Titel im Kreis Lemgo! Bei den Titelkämpfen um die OWL-Meisterschaft wurde sie nur von der TuSG-Lage besiegt. Großartige Erfolge für einen kleinen Verein!

Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatten neben den Spielern hier sicherlich der neue Vorsitzende Gerhard Rieger und Handballobmann Walter Bergmann. Doch der Höhenflug währte nicht lange. Im folgenden Jahr mussten fünf Mannschaften die Klasse verlassen, und man fand sich in der Lippeliga A (Lemgo) wieder.

Hatten in den Jahren 1948 bis ’53 Spieler wie Albrecht Schmidt, Erich Bicker, Torwart Fritz Schormann, Rudolf Fritz, Heinz Wilmbusse oder Willi (Tingo) Stock den Verein weit über Lippes Grenzen hinaus bekannt gemacht - die Spieler Stock und Schmidt auch als Auswahlspieler - wuchsen Mitte der fünfziger Jahre, aus kontinuierlicher Jugendarbeit aufgebaut, neue Talente heran. Schon Ende der Feldserie 1955 musste gegen den punktgleichen TV-Großenmarpe/E. auf neutralem Geläuf in Lemgo ein Entscheidungsspiel um die Ligameisterschaft ausgetragen werden, das unsere Mannschaft mit 12:8 Toren gewann.

Das Spiel um die Kreismeisterschaft gegen den Gruppensieger B, den TV-1860 Detmold wurde mit 11:6 Toren verloren. Leider wurde die Rückkehr in die Landesliga in den Aufstiegsspielen gegen Einigkeit Herford, Friesen Milse, Dankersen II und VFL Herford verpasst.

Was passierte noch in 1955? Gustav Meier wird erster Vorsitzender und löst den nach Köln verzogenen Gerhard Rieger ab. Der Verein feiert vom 6. bis zum 14. August sein 30-jähriges Jubiläum. Der Sportplatz wird in Eigenleistung des Vereins überholt, bekommt neue Tore, und eine Umzäunung. Die Gemeinden Retzen und Grastrup/Hölsen übernehmen Kosten von 1.600 DM. Man knüpft an die Vorkriegstradition an und gründet eine Theatergruppe, auch, um die schlechte Einnahmesituation des Vereins zu verbessern.

Gespielt wurde auf Rickmeyers Saal, Kulissen waren aus Vorkriegszeiten noch vorhanden. Lehrer Paust, schon seit einem Jahr als Schülerwart in die Vereinsarbeit eingebunden, wurde Chef der Truppe.

Wandel im Handball

Ab dem Ende der fünfziger Jahre begannen erste zaghafte Versuche, den Handballsport in die Halle zu verlegen. Für die Vereine im ländlichen Raum brachte das große Probleme, es gab keine Hallen als Übungs- und Spielstätten. Da musste dann Lehmeiers Saal als „Trainingshalle“ herhalten. Das hat dann trotz oder gerade wegen der sachkundigen Anleitung des ersten auswärtigen Trainers in der Vereinsgeschichte - Heinz Wannagat vom Flensburger TB - bis zu drei Lampenabwürfe pro Abend gekostet. Erste Hallenspiele wurden im Winterhalbjahr an Wochenenden in Turnierform in der TV-Halle in Lemgo am Schützenhaus ausgespielt.

Sportlich, finanziell und vom Mitgliederbestand her befand sich der Verein jenerzeit in keiner guten Verfassung, trotzdem wurde der Blick nach vorn gewandt. 4. April 1959: Theateraufführung bei Rickmeyer, Titel: „Wenn du Geld hast“ von Wilfried Wroost. Pfingstausflug zum befreundeten Nordstetter TV nach Hannover mit sportlichem Kräftemessen der Handballsenioren.

3. November ’59: Auf Einladung des TuS-Vorstandes versammeln sich je zwei Mitglieder aller Retzer Vereine im Gasthof Rickmeyer und gründen den Kulturring Retzen. Zum ersten Vorsitzenden wird Gustav Schormann gewählt, der dieses Amt im Jahre 1960 nicht weiterführen kann, nachdem er - bedingt durch den plötzlichen Tod von Bürgermeister Blanke - zu dessen Nachfolger in der Gemeinde Retzen gewählt wird.

Der TuS zählt 1960 lediglich 153 Mitglieder, hat eine rückläufige Jahreseinnahme von 1.613,14 DM und verpflichtet Jost Wientjes als ehrenamtlichen Platzwart, damit Gras, Unkraut und Maulwurfshaufen nicht überhand nehmen.

Dem Nachwuchs eine Chance

Die Schüler- und Jugendarbeit galt es im Verein stets besonders zu fördern. Ein Glücksfall war die Einbindung des damaligen Junglehrers Heinz Paust in die Vereinsarbeit und hier besonders in die Förderung der Schülermannschaften. Eine Trennung von Grund- und Hauptschule kam erst 1968, somit hatte Schülerwart Paust seine Schützlinge während und außerhalb der Schulzeit an der kurzen Leine, mit dem Ergebnis, dass Grastruper Schülermannschaften auf Kreisebene jährlich um die Meisterschaft und den Gruppensieg mitspielten. Die von Heinz Paust gelegte Saat trug in der Jugendabteilung mit den Betreuern Paul Rose, Werner Kupferschläger und Alfred Brandenburg reiche Früchte und hat die beste Handballtruppe in der Nachkriegsgeschichte des TuS hervorgebracht. Aber dazu später mehr.

Das Jahr 1963

Gustav Schormann stellt sein Amt als Kassenwart nach 18 Jahren zur Verfügung, er wird zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Es vergeht seit 1963 keine Hauptversammlung, in der nicht von allen Vereinsmitgliedern mit Nachdruck eine Turnhalle gefordert wird, um auch den weiblichen Vereinsmitgliedern und den Kindergruppen ein sportliches Angebot machen zu können. Die Handballer trainieren z.Zt. in Wüsten, wobei die Schulturnhalle mit den Maßen von 12x24 Metern für Handballspiele nur ein Behelf sein kann.

Anno 1964

Der TuS wird ein eingetragener Verein (e. V.) und damit erstmals im Vereinsregister des Amtsgericht aktenkundig.

Vom 4. bis zum 11. Juli wird das 40-jährige Bestehen mit einem großen Sportfest gefeiert. Der Schulverband Retzen, Grastrup und Papenhausen beschließt, eine größenmäßig weit über die Richtlinien der Schulbehörde hinausgehende Turnhalle mit den Maßen 16x30 Metern auf dem Schulgelände in Retzen zu errichten. Der TuS-Vorstand verpflichtet sich im Gegenzug, Eigenleistungen im Werte von 50.000 DM zu erbringen. Heinz Meier sollte die Arbeiten organisieren. Am 9. Oktober 1965 konnte der Grundstein durch Architekt Wilhelm König gelegt und die ersten Betonfundamente von zahlreichen freiwilligen Helfern gegossen werden.

Insgesamt 5.000 freiwillig geleistete Arbeitsstunden haben dazu beigetragen, dass der ursprüngliche Finanzierungsplan tatsächlich um die Summe von DM 50.000 gesenkt werden konnte.

Im Juni 1967 fand dann innerhalb eines großen Dorffestes die Einweihung der neuen Sportstätte statt. Somit standen in Westlippe mit der in 1966 fertiggestellten Halle in Werl/Aspe, zwei handball-taugliche Hallen zur Verfügung.

Im Nachhinein betrachtet, besaßen die gastgebenden Mannschaften beste Voraussetzungen für eine Leistungsexplosion, die dann auch tatsächlich erfolgte und die Mannschaften vom TuS Knetterheide und TuS Grastrup/Retzen mit an die Leistungsspitze im Hallenhandball auf OWL-Ebene brachte.

Die Jahre 1967 bis 1969

Vorsitzender Gustav Meier stellt sein Amt nach 12 Jahren umsichtigen Wirkens zur Verfügung. Erich Quentmeier wird zu seinem Nachfolger gewählt.

Die erste Seniorenmannschaft steigt nach einem Entscheidungsspiel gegen DJK Paderborn am 26.11.67 in Detmold nach 19:13 Sieg in die Feldhandballbezirksliga Westfalen auf.

Der TuS kann 80 neue Mitglieder begrüßen, hauptsächlich im Frauen- und Schülerbereich; positive Auswirkungen der neuen Turnhalle. Es fehlt aber an ausgebildeten Übungsleitern. Erste Planungen für ein Sporthaus in Grastrup und eine Sportplatzsanierung werden diskutiert. Es herrscht Verunsicherung wegen der kommenden kommunalen Neuordnung. Die Jahreshauptversammlung 1968 beschließt eine Beitragserhöhung auf 1,50 DM für alle Mitglieder ab 18 Jahre. Günter Rehberg wird Kassenwart. Der TuS verpflichtet Uli Schönbrodt (Lemgo), zu jener Zeit Sportstudent in Köln, als Trainer für den Seniorenbereich Handball. Im Tandem mit Handballobmann Siegfried Schröder erfolgt der Beginn einer glanzvollen Epoche Grastruper Handballgeschichte, sowohl auf dem Feld als auch in der Halle.

Generationswechsel

Im Januar 1969 trat Erich Quentmeier nach zwei Jahren Amtszeit zurück, und die Jahreshauptversammlung wählte Heinz Meier zum ersten Vorsitzenden, mit 32 Jahren der bisher jüngste „Kapitän“ auf der Kommandobrücke des Vereins. Zusammen mit Günter Rehberg als Kassenwart, Siegfried Schröder als Handballobmann und dem zwei Jahre später zum Geschäftsführer gewählten Wilhelm Neumann, hatte nun eine junge Garde das Steuer übernommen.

Sporthausübergabe

Am 19. September 1969 bekommt Bürgermeister Heinrich Welslau aus der Hand von Architekt Wiethold Kosatschuk (ehemaliger TuS-Spieler) den Schlüssel für das neuerbaute Sporthaus, um diesen dann sofort an den Vorsitzenden weiterzureichen. Stadtsportverbandsvorsitzender Heinz Prahsun zeichnet an diesem Freudentag insgesamt 37 Handballpioniere mit Verdienstnadeln aus.

Große Freude bei allen Sportlern! Endlich..., die Zeit des Behelfens war auch in Grastrup vorbei, es konnte nach dem Spiel geduscht werden. Hinzu kamen die sportlichen Erfolge. Beide Seniorenmannschaften wurden in der Spielzeit 69/70 Meister in ihren Klassen und stiegen in die Bezirksklasse bzw. in die 1. Kreisklasse Lemgo auf.

Die Jugend nach vorn!

Christian Linke wird 1. Stadtmeister im 50-Meter-Lauf in 7,9 Sekunden und Ulrich Quast Stadtmeister im 1000-Meter-Lauf, jeweils in ihren Alterklassen. Dirk Schormann wirft den Schlagball 47 Meter weit.

Am 28. August 1971 schlägt die A-Jugend des TuS im Jahn-Stadion in Herford die favorisierte Jugendmannschaft des TuS Ehrsen mit 16:10 Toren und sichert sich damit die OWL-Meisterschaft. In den Spielen um die Westfalenmeisterschaft wurde zwar gegen RSV-Altenbögge mit 12:9 Toren gewonnen. Die Auswärtsspiele gegen Borussia Höchsten und den TV-Schalksmühle gingen mit 7:3 bzw. mit 21:16 verloren. Als Finaldritter mit immerhin Bronze auf westfälischer Ebene; ein beachtlicher Erfolg! Dank an Betreuer und Trainer Hans Wolf und Alfred Brandenburg!

Das Jahr 1972

Neben der Feldserie hatte sich im Winterhalbjahr die Hallenserie fest etabliert.

Zu berichten ist über die Derbys gegen TuS Knetterheide, TSV Hillentrup, TG Schötmar oder TuS Ehrsen in der Kreisliga oder nach noch zweimaligen Aufstieg an die Bezirks- bis in die Landesliga. Hier hießen die Gegner Brokhagen, Müssen/Billinghausen, Herrentrup, Altenhagen oder Gadderbaum, um in der Landesliga auf Mannschaften wie Nettelstedt, Dankersen II, Elverdissen, Hille oder Oberlübbe zu treffen.
Ein bekannter Fußballtrainer hat einmal den Satz geprägt: „Der Star ist die Mannschaft“. Das galt sicherlich auch für die erste Seniorenmannschaft der Jahre 1967 bis 72; dennoch hatte diese Truppe einen Star in ihrer Mitte, ohne den viele Tore nicht gefallen und entscheidende Punkte nicht erspielt worden wären.

Jobst Rehse, ein Grastruper Eigengewächs, 1948 in Sichtweite des Sportplatzes geboren und aufgewachsen, hat zusammen mit Trainer Uli Schönbrodt entscheidenden Anteil am Grastruper Handball-Höhenflug gehabt. Körpergrösse, Wurfkraft und (nicht nur) spielerische Intelligenz waren ideale Vorausetzung für den sportlichen Erfolg, der ihm dann durch die Berufung zum Bundesligisten GW-Dankersen auf höchster Ebene zuteil geworden ist.

Das Jahr 1973

Trainer Uli Schönbrodt beendet nach 5 Jahren seine erfolgreiche Trainertätigkeit und wechselt zu Union ’73.

Heidi Voß wird Übungsleiterin bei den Frauen und Brigitte Ebeling (geb. Schormann) bei den Mädchen. Am 12. Oktober starten Vorstand, 1. Mannschaft und Betreuer mit Pan-Am von Hannover nach Berlin zum Gegenbesuch beim TSV-Rudow 1888. Das Handballfreundschaftsspiel geht knapp verloren, aber das „Fest der Reise“ im Saalbau Schöneberg mit 1000 Gästen war für uns Lipper ein tolles Erlebnis.

Das Jahr 1974

Der Leistungsdruck steigt, nicht nur in der Arbeitswelt, auch im Sport. Am 28. März beschließen 58 Vereinsmitglieder innerhalb einer außerordentlichen Versammlung bei Lehmeier mit 56 „ja“, 1 „nein“ und einer Stimmenthaltung zum 1. April 1974 mit dem TuS Ehrsen eine Fusion der Handballabteilungen beider Vereine. Der HC-Grastrup/Ehrsen war geboren!

Erster Vorsitzender Willi Körner, Stellvertreter Wilhelm Neumann, Handballobmann Fritz Grohmann.

Erster Erfolg, die erste Seniorenmannschaft wird auf Anhieb Meister in der Landesliga (Feldserie) und steigt in die Verbandsliga Westfalen auf. Eine besondere Ehre wird der B-Jugend des HC zuteil. Als erste Jugendmannschaft reist sie mit Trainer Alfred Brandenburg am 3. April 1975 in Bad Salzuflens Partnerstadt Millau in Südfrankreich, wobei der Spielausgang von 37:20 für unsere Jungen sicherlich nicht die nachhaltigste Erinnerung gewesen sein wird.

50 Jahre Turnen und Sport in Grastrup/Retzen

Der Verein zählt 383 Mitglieder und feiert sein Jubiläum vom 13. bis 22. Juni 1975.

Im Rahmen der sportlichen Wettkämpfe erhalten 55 Kinder und Jugendliche das Mehrkampfabzeichen. Die Mädchen- und Damenriegen führen erstmals einen „Bunten Rasen“ vor. Handballpionier Gustav Strunk aus Hillentrup plaudert in gemütlicher Runde nach dem offiziellen Festkommers aus der Gründerzeit des damaligen ATSV „Fichte“ Grastrup.

Die erste Seniorenmannschaft des HC bestreitet zum Abschluss der Festwoche ihr erstes Punktspiel gegen OSC-Thier Dortmund II und gewinnt mit 17:14 Toren. Zum Abschluss der Feldserie schafft sie den erneuten Aufstieg in die Oberliga Westfalen. Gespielt hat sie dort nie, der DHB beschließt Ende ’75 das endgültige Aus für den Feldhandball.

Es wird ruhiger in und um den Verein, die Ausgliederung der Handballabteilung stellte sich bald als Amputation dar. Sportkamerad Erich Kaiser scheidet nach 29 Jahren ununterbrochener Vorstandsarbeit aus der Vereinsführung aus.

Neue Ideen sind gefragt. Der TuS veranstaltet erstmals eine Turnschau mit allen Abteilungen in der Turnhalle Retzen. Wilhelm Neumann und Heinz Meier holen das „Spiel ohne Grenzen“ auf die Retzer Festwiese, das nicht nur allen beteiligten Mannschaften der Retzer Vereine, sondern auch den Zuschauern 12 Jahre Spaß und Freude bereitet hat. Zum Karneval wird jährlich zur „Rot-Weißen Nacht“ in den Saal des Landgasthofs „Lehmeier“ eingeladen.

1982 gründet sich eine Skiabteilung im TuS, die bis 1989 jährlich eine Familienfreizeit durchgeführt hat.

1984, der HC-Grastrup/Ehrsen feiert sein 10-jähriges Bestehen in der Scheune Bicker in Ehrsen. Der Bürgermeister gratuliert der D-Jugendmannschaft, die mit ihrem Trainer Horst Bobe die Westfalenmeisterschaft errungen hat.

SC Fortuna Retzen

Trotzdem hatten die Verantwortlichen im Vorstand die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Wie sonst hätte sich am 9. Juli 1977 ein neuer Verein in Retzen bilden können, der den Jugendlichen und jungen Erwachsenen unserer Ortsteile das Fußballspielen im Verein ermöglichte.

Der SC Fortuna Retzen war geboren. Die sportliche Bilanz des neuen Vereins war durchaus beachtlich, die Leitungsebene dagegen weniger erfolgreich. Erstaunlicherweise hat es in der Zeit des Nebeneinander der beiden Vereine niemals unüberbrückbare Schwierigkeiten oder gar Feindschaften gegeben, waren doch viele Mitglieder in beiden Vereinen eingeschrieben.

In beiden Vereinen hat es dann am Ende der 1980er Jahre Fusionsgespräche gegeben, die dazu führten, dass der SC Fortuna Retzen am 25.2.1991 seine Auflösung beschloss und am 1.7.1991 komplett als Fußballabteilung dem TuS „Rot-Weiß“ e.V. Grastrup-Retzen beitrat.

Vorsitzender Meier scheidet nach 21 Jahren aus dem Amt des ersten Vorsitzenden. Er tritt am 24.3.1990 von der Vereinsbühne ab und Brigitte Ebeling wird seine Nachfolgerin und erste weibliche Vorsitzende in der Vereinsgeschichte.

Gründung von zwei weiteren Gruppen: Wirbelsäulengymnastik und Sport für weibliche Senioren bietet Waltraud Beckmann an.

1992 bis 1996

Geschäftsführer Wilhelm Neumann tritt nach 20 Jahren als Vorstandsmitglied und Übungsleiter zurück. Der Verein schuldet ihm goßen Dank.

Die Mitgliederzahl ist auf 680 angewachsen, gewachsen sind auch die Probleme. Hier sind vor allem die Platzverhältnisse zu nennen, kein Trainingsgelände, kein Flutlicht, viele Unebenheiten auf dem Rasenplatz.

Im Bereich Handball fusioniert der HC Grastrup-Ehrsen mit Union ’73 und bildet mit den Vereinen TG Schötmar und TuS Knetterheide den HC 93 Bad Salzuflen. Sportliches Ziel ist die 2. Handballbundesliga. Die Fußballabteilung mit drei Senioren-, drei Jugend- und zwei Mini-Knabenmannschaften hat sich ohne Probleme integriert und das Vereinsleben bereichert.

Es wurden auch wieder Feste gefeiert. Dank dem Entgegenkommen der Familie Obermeier wurden im 2-Jahres-Rhythmus neben den jährlichen Sportfesten zünftige Scheunenfeste gefeiert.

Die erste Seniorenmannschaft hat nach anfänglichen Schwierigkeiten gut Tritt gefasst und ist stets in den oberen Tabellenrängen der Kreisliga B, Gruppe II zu finden. Mehrfach ist der Aufstieg in die A-Klasse erst in Entscheidungsspielen auf neutralem Gelände gescheitert.

Positiv ist auch zu vermerken: die sportinteressierte Bevölkerung unserer Ortsteile geht wieder zum Sportplatz, um ihre Mannschaft spielen und siegen zu sehen! Das war leider seit den Feldhandballzeiten passè. Seit 1994 sieht der Zuschauer nicht nur gute Spielzüge, er sieht auch Werbung um den Platz herum, ohne die heute fast kein Spielbetrieb mehr finanzierbar ist.

Vorstandswechsel. Vorsitzende Brigitte Ebeling tritt nach sechs Jahren zurück, ihr Nachfolger wird Günter Rehberg. Brigitte verbleibt im Vorstand und übernimmt von Marianne Dötsch das Amt der Sozialwartin, das Marianne seit 1984 ausgeübt hatte. Für 70 Jahre Vereinstreue wird Ernst Griemert die Ehrenmitgliedschaft verliehen, die gleiche Ehrung erfahren in 1998 die Sportskameraden Karl Funke, Walter Meier und Albrecht Rehmeier.

Baumaßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur am Sportplatz

Eine überdachte Mehrzweckfläche am Sporthaus wird in Eigeninitiave errichtet sowie ein Antrag an die Stadt Bad Salzuflen auf Platzsanierung gestellt. Die Rasenneueinsaat erfolgt in 1997, die Fußballer müssen sechs Monate auf Heimspiele verzichten, spielen aber auswärts gleich gut wie auf dem heimischen Platz.

Günter Rehberg tritt als Vorsitzender zurück und verlässt nach 30 Jahren Vorstandsarbeit die erste Etage des Vereins. Damit geht am 7. März 1998 ein beispielhaftes Engagement in einem Ehrenamt zu Ende. Heinz W. Niemeier wird Nachfolger im Amt.

Das heutige Geburtstagskind, unser TuS „Rot-Weiß“ wird im Jubiläumsjahr von 837 Mitgliedern getragen und ist in der dörflichen Gemeinschaft unserer drei Ortsteile fest verankert.

Werter sollte gelten, was der damalige Vorsitzende Heinz Meier (heutiges Ehrenmitglied) beim 50-jährigen Jubiläum sagte: „Tradition und Fortschritt, gepaart mit dem Willen zur sportlichen Leistung und körperlichen Entspannung, haben in unserem Verein stets eine Heimstatt gefunden. Sich der Jugend anzunehmen, sie zu begeistern und hinzuführen zu den Idealen der Väter und Mütter, sollte stets Ziel aller Bemühungen einer jeden Vereinsführung sein.“

Wenn diese Aufgabe in den letzten 75 Jahren erfüllt werden konnte, erwächst daraus um so mehr die Verpflichtung, auch in Zukunft in diesem Sinne zu wirken und alle Kräfte zu bündeln, damit das Vermächtnis der Vereinsgründer in uns stets lebendig bleibt.